Zwei Fallbeispiele aus der Rehabilitation mit KAATSU.

Regelmäßig erhalten wir Anfragen von Physiotherapeuten, die nach Anwendungsmöglichkeiten oder Kontraindikationen bei bestimmten Krankheitsbildern fragen. Der Vertrauensaufbau in die KAATSU-Methode wird in der Praxis gerade in den ersten Einheiten aufgebaut. Dies gilt nicht nur für Therapeuten, die frisch in die Methode einsteigen, sondern ebenso für Patienten, die KAATSU zum ersten mal an ihrem Körper erfahren. Im Folgenden sind zwei Fallbeispiele aufgeführt bei denen es um die akuten Auswirkungen einer KAATSU-Intervention geht. Genauer gesagt sind die Reaktionen bei den ersten Anwendungen beschrieben.

Die Beispiele erhielten wir von Felix Roßkopf, der in seiner Privatpraxis in Kempten seit 2016 auf KAATSU setzt. Felix war einer der ersten KAATSU-Spezialisten in Deutschland. Der Allgäuer kann seitdem auf eine stetig wachsende Zahl von Fallbeispielen zurückblicken, bei denen das Drucktraining aus Japan außergewöhnlich gut gewirkt hat.

Neurologischer Patient

Männlich, 59 Jahre, zervikaler Myelopathie und ab Bauchnabelhöhe eine zusätzliche Polyneuropathie. Der Patient ist extrem sturzgefährdet und hat ein ataktisches Gangbild. Felix hat mit dem Patienten zu diesem Zeitpunkt zwei KAATSU-Trainingseinheiten ohne Komplikationen absolviert. In der oberen Extremität wurde ausschließlich im Cycle-Modus gearbeitet. In der unteren Extremität wurde nach der Eingewöhnungsphase mit Gangübungen auch beidbeinige Kniebeugen trainiert. Hier wurden 3 Sätze mit 30/18/12 Wiederholungen absolviert. Die abfallende Wiederholungszahl resultiert aus der akkumulierenden lokalen Ermüdung der Arbeitsmuskulatur. Auf Überlastung gab es keine Hinweise.

Feedback des Patienten: „Es war das intensivste und gleichzeitig effizienteste was ich im Vergleich zu meinen vorherigen Behandlungen erfahren habe“.

Orthodpädischer Patient

Männlich, 28 Jahre, mehrfach am Kniegelenk retropatellar operiert. Der Patient hat massive Schmerzen in der Bewegungsamplitude zwischen 30-50° Flexion. Felix blieb beim KAATSU-Training daher in dem Bewegungsradius von 0-30°, da in diesem Bereich absolut schmerzfrei bewegt werden konnte. Gut erkennbar ist das Muskelzittern schon im ersten Satz. Diese körperliche Reaktion deutet auf eine hohe lokale Ermüdung im Arbeitsmuskel hin, die ansonsten nur in Verbindung mit sehr hohen es externen Belastungen zu beobachten ist.

Der erfahrene KAATSU-Spezialist  ist mit dem jungen Mann gleich in der ersten KAATSU-Sitzung innerhalb von 4 Sätzen bis zur vollständigen muskulären Erschöpfung gegangen. Das Knie war danach weder dick noch erwärmt. Dieses typische Beispiel verdeutlicht, dass bei einem KAATSU-Training Ausbelastung kein Tabu ist. Im Gegenteil: die hormonellen Reaktionen nach einer intensiven KAATSU-Anwendung stellen einen wesentlichen Heilungsfaktor für den Organismus dar. Wie der Therapeut den jeweiligen Patienten belasten kann wird in den offiziellen KAATSU-Fortbildungen vermittelt.

O-Ton des Patienten: “Mir platzt gleich der Oberschenkel. Das letzte Mal habe ich vor fünf Jahren meine Muskelfasern so intensiv gespürt“.

Gut zu wissen

Da die Lasten bei KAATSU minimal sind werden im Gegensatz zu einem konventionellen Krafttraining keine Gewebeschäden erzeugt und die Gelenke kaum belastet. In der wissenschaftlichen Literatur ist hinreichend belegt, dass mit KAATSU ähnliche Effekte wie bei einem konventionellen Krafttraining erzielt werden können. Die selben leichten Lasten ohne KAATSU führen dagegen zu keinen messbaren Effekten.