Profitieren auch Muskeln, die näher zur Körpermitte hin liegen von KAATSU Training? Cross-Transfer-Effekte konnten nachgewiesen werden.

Eine geläufige Annahme ist, dass bei einem Krafttraining unter Blutflussbegrenzung lediglich die Muskeln der Arme oder Beine von den typischen Trainingseffekten profitieren. Dieser Irtum rührt wahrscheinleich von der oberflächlichen Betrachtung, dass nur direkt abgebundene Muskeln einen Trainigsreiz erhalten. Übersehen wird dabei jedoch, dass die Gesetzmäßigkeiten der Herz-Kreislauf-Physiologie und die systemischen hormonellen Auslenkungen, körpeweite Effekte haben.

Haruhiko Madarame und Kollegen (2008)  konnten beispielweise nachweisen, dass nach einem 10-wöchigen Arm-Curl-Training, die Kraft und Muskelquerschnitt der Armbeuger stärker zunahm, wenn vorher ein KAATSU-Training der Oberschenkel an der Beinstreckmaschine durchgeführt wurde. Die Cross-Tranfer-Studie zeigte jedoch auch, dass die Hormon-Hypothese nicht auf untrainierte Muskeln übertragbar ist. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Sakamaki und Kollegen (2011). Die Forscher ließen die Probanden über 3 Wochen, 2x täglich an 6 Tagen der Woche ein KAATSU Walking auf dem Laufband absolvieren. Eine Muskeldickenzunahme konnte hier nur in den Beinen festgestellt werden. Die Rumpfmuskulatur, Hüftbeuger-/strecker, unterer Rücken, blieben unbeeinflusst. Bei einem Walking Training ist aber auch möglicherweise die Belastungsintesität der Rumpfmuskeln zu gering, um entsprechende Anpassungseffekte zu erzielen.

KAATSU-Bankdrücken

Eingelenkige Übungen haben in vielen BFR Studien ihre Wirksamkeit hinsichtlich Muskel- und Kraftzuwächsen bei den Extremitäten bewiesen. Wie aber schaut es beispielsweise bei mehrgelenkigen Übungen, wie dem Bankdrücken aus? Profitiert die Brustmuskulatur ebenfalls von der Blutflussbegrenzung? Und wie sieht es mit Kraftzuwächsen bei mehrgelenkigen Übungen aus?

Tomohiro Yasuda und seine Kollegen (2010) konnten bereits nach zwei Wochen KAATSU-Bankdrücktraining eine Steigerung des 1-RM um 6% feststellen. Dabei wurde 2x täglich an 6 Tagen der Woche trainert. Interessant ist, dass  dabei die  Muskeldicke der Brustmuskulatur mit +16% im Durchschnitt doppelt so stark wie im Trizeps (+8%) zugenommen hat.

Figure 4: Per cent changes in one repetition maximal bench press strength following the training period. Data are means ± SD. BFR-T is blood flow restriction group (filled symbols), and CON-T is non-blood flow restriction group (unfilled symbols). *Different from CON-T, P<0.05.
Prozentuale Veränderung des 1-RM Bankdruckens nach der Trainingsperiode. Mittelwerte und Standardabweichungen. BFR-T = KAATSU Gruppe, CON-T: Kontrollgruppe

Fazit

KAATSU Training wirk bei allen Körperpartien, die mit einer adäquaten Belastungsgestaltung unter Blutflussbegrenzung trainiert werden. Die Übungsauswahl spielt dabei eine entscheidende Rolle für die Erzielung der angestrebten Trainingseffekte.

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