Mit KAATSU lassen sich nicht nur Muskeln aufbauen. Regelmäßiges KAATSU ist ein Jungbrunnen für die Gefäße. Damit hat die japanische Trainingsform auch Wirkungen wie ein Ausaduertraining.

Wenn man über BFR oder KAATSU liest, geht es fast immer nur um Krafttrainingseffekte. Gesichert ist, dass sich durch ein KAATSU Training ähnliche Kraft- und Muskelzuwächse erzielen lassen, wie mit herkömmlichem Krafttraining, jedoch nur sehr leichte Lasten notwendig sind. Weniger bekannt sind die positiven Wirkungen auf die Gefäßfunktion.

Genau wie Skelettmuskeln haben auch Blutgefäße einen Kontraktionszustand (Tonus), der sich durch metabolische oder mechanische Einflüsse verändern kann. Mit steigendem Alter und passivem Lebensstil kommt es oft zu bindegewebigen Verhärtungen der Blutgefäße und dem Verlust ihrer Transportkapazität. Diese Veränderungen sind mit einem erhöhten Risiko einer Herz-Kreislauf-Krankheit verbunden. Zur Vorbeugung dieser Zivilisationskrankheiten des Gefäßsystems, ist ein regelmäßiges aerobes Ausdauertraining geeignet, denn es erhöht die Dehnbarkeit der Gefäße. Ein traditionelles Krafttraining führt zu sehr hohen diastolischen und systolischen Blutdruckspitzen, ist daher insbesondere für Ältere und Herzkranke nicht geeignet, da die Dehnfähigkeit der Aorta zurückgehen kann. KAATSU kann diesbezüglich jedoch Erstaunliches bewirken.

 

So wirkt KAATSU auf die Gefäßfunktion

hyperaemie
Reaktive Hyperämie nach einem KAATSU Cycle

Für eine gesunde Blutgefäßfunktion spielen insbesondere die Endothelzellen eine bedeutende Rolle. Endothelzellen sind flache und spezialisierte Zellen, welche die Innenseite der Blutgefäße auskleiden. Die Endothelzellen produzieren Stickstoffmonoxid (NO), das als Botensubstanz eine entscheidende Rolle bei der Regulation der Weite von Blutgefäßen spielt. Klinische Daten weisen darauf hin, dass regelmäßiges KAATSU Training zu flexibleren Blutgefäßen und einem Anstieg der Endothelzellen durch vermehrte Stickstoffmonoxid-Bildung führt. Die positiven Auswirkungen hängen jedoch stark vom korrekten Druck der Air Bands ab. Durch die Kompression der Gefäße wird der Blutrückfluss in den Venen eingeschränkt. In der Folge kommt es auch zu einer Blutflussverlangsamung zu arteriellen Turbulenzen. Wenn nach dem KAATSU Training die Air Bands wieder abgenommen werden, kommt es zu einer reaktivien Hyperämie (schnelle Wiederdurchblutung des zuvor minderdurchbluteten Körpergewebes). Diese mechanischen Reize üben Scherkräfte gegen die Gefäßwände aus und es kommt zu einer  vermehrten Produktion von Stickstoffmonoxid (NO). Hierbei stehen vor allem die Venen im Vordergrud, denn die Volumendehnbarkeit ist im Venensystem etwa 20 mal höher als im Arteriensystem.

 

NO, das Wundermolekül

NO ist ein einfaches gasfömiges Molekül, dass aus Stickstoff und Sauerstoff besteht. Seine Signalfunktion spielt nicht nur für die Weitstellung der Gefäße eine Rolle, sondern hat noch weitere positive Effekte:

  • Verringerung des Riskikos von Arteriosklerose
  • Entgegenwirkung des Schlaganfall-Risikos
  • Senkung des Blutdruckes und LDL-Cholesterins
  • Verbesserung der Errektionsfunktion
  • Entzündungshemmende Eigenschaften, insbesondere bei Schwellungen und Arthritisbeschwerden
  • Starke antioxidative Wirkung
  • Gesteigerte Gehirndurchblutung und verbesserte kognitive Fähigkeiten
  • Erhöhte Organdurchblutung steigert die sportliche Leisungsfähigkeit

 

 

Wie fit sind meine Gefäße?

Um den arteriellen Zustand und die Steifigkeit der Gefäße zu bestimmen, gibt es verschiedene Verfahren, wie z. B. Ultraschallmessungen. Am praktikabelsten ist jedoch derzeit die Pulswellendiagnostik, welche als Goldstandard zur Abschätzung der Elastitität des herznahen Arteriensystems gilt. Eine abnehmende Dehnbarkeit durch Verkalkung der Gefäßwände bei Arteriosklerose bewirkt ein schnelleres Fortschreiten der Pulswelle, d.h. die Pulswellengeschwindigkeit ist erhöht. Hierbei verringert sich der sogenannte Windkesseleffekt. Pulswellengeschwindigkeiten von zehn Metern pro Sekunde werden als Indikator für ein deutlich erhöhtes Risiko kardiovaskulärer Komplikationen gesehen.

 

Fazit

Aerobes Ausdauertraining verbessert die Gefäßfunktion, hat aber keine Auswirkungen auf die Muskelhypertrophie. Krafttraining steigert die Muskelhypertrophie, beeinträchtigt jedoch die Gefäßfunktion. KAATSU kombiniert die Vorteile beider Trainingsformen: Mit niedrigen Lasten können Muskeln aufgebaut und die Gefäßneubildung stimuliert werden.

Ein Kommentar zu „Einfluss von KAATSU auf die Gefäßfunktion

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