Mit KAATSU lassen Kraft- und Muskelzuwächse erzielen, wie mit einem herkömmlichen Krafttraining – es sind jedoch nur sehr geringe Gewichte erforderlich.

Was Sportler, Mediziner und Wissenschaftler in Japan bereits seit Jahrzehnten wissen, rückt auch Hierzulande zunehmend ins Zentrum der Aufmerksamkeit. Neben immer mehr Sportlern in der Praxis, sprechen hunderte von Studien  Studien zum KAATSU und BFR Training eine eindeutig Sprache: Aus der bisherigen Datenlage geht hervor, dass sich durch ein KAATSU Training ähnliche Kraft- und Muskelzuwächse erzielen lassen, wie mit herkömmlichem Krafttraining, jedoch nur sehr leichte Gewichte von etwa 10 bis 30 Prozent des Einer-Wiederholungsmaximums nötig sind. Damit stellen KAATSU Studien die bisherigen Belastungsnormative, die zur Auslösung von Krafttrainingseffekten als notwendig erachtet sind auf den Kopf, denn bislang wurden Lasten von mindestens 65 Prozent des Einer-Wiederholungsmaximums und 6 bis 12 Wiederholungen als adäquat für eine Muskelhypertrophie angesehen. Da die externen Lasten bei KAATSU Training praktisch auf dem Niveau von Alltagsbewegungen liegen, konnten in unterschiedlichen Studien sogar Muskel- und Kraftzuwächse beim Walking auf dem Laufband nachgewiesen werden. Aus diesem Grund wird KAATSU Training auch als interessant für den Gesundheits- und Rehabilitationsbereich erachtet, da es möglich ist bei niedriger Gelenkbelastung gute Zuwächse an Kraft und Muskelmasse zu erzielen.

Wie wirkt KAATSU im Krafttraining?

Die Anlage der Air Bands führt zu einer Störung der Sauerstoffversorgung des Muskels und einer Anhäufung von Stoffwechselmetaboliten in der trainierten Extremität. Der Arbeitsmuskel kann sich aufgrund eines lokalen Sauerstoffmangels nicht mehr erholen. Die Störung der myozellularen Sauerstoffhomöostase, schränkt die Versorgung des Muskels mit Substraten ein und verhindert den Abtransport der Metaboliten. Ein hoher metabolischer Stress entsteht.

Mit zunehmendem intramuskulärem Druck vermindert sich die Blutversorgung des Muskels zusätzlich. Die Bedeutung der Ermüdung und der Anhäufung von Metaboliten für Kraft- und Muskelzuwächse ist bereits seit den 1990er Jahren bekannt. Im dynamischen Krafttraining ist folglich nicht die Höhe der Belastung ausschlaggebend für das Sauerstoffdefizit, sondern die Länge der Einschränkung der Blutversorgung. Es konnte nachgewiesen werden, dass BFR und KAATSU-Training bei korrekter Anwendung keinen Muskelkater verursachen. Die dadurch erhöhte Trainingshäufigkeit führt zu zeitlich schnelleren Trainingsanpassungen, da kaum oder gar keine Muskelschäden entstehen.

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KAATSU und traditionelles Krafttraining

Die im traditionellen Krafttraining üblichen Steuergrößen, wie Lastangaben, Wiederholungen, Satzzahlen und Pausen sind hinsichtlich ihrer propagierten Trainingswirkungen daher nicht auf KAATSU Training übertragbar und können die Belastungsgestaltung beim KAATSU nur ungenügend beschreiben. Die für das Sauerstoffdefizit wichtige Länge und Höhe der Einschränkung der Blutversorgung wird durch die pneumatischen KAATSU Air Bands und Monitoring-Einheit KAAATSU Master oder KAATSU Nano gesteuert. Sie stellen daher die bedeutendste Steuergröße im KAATSU Training dar.

Ein anderer Punkt spielt sowohl bei KAATSU, als auch im traditionellen Krafttraining eine wichtige Rolle: Für das Trainingsziel Muskelaufbau stellt die muskuläre Ausbelastung nach definierter Zeit eine entscheidende Bedingung dar. Es ist mittlerweile empirisch sehr gut belegt, dass die Höhe des Trainingsgewichts als Orientierungsgrösse für das Muskelaufbautraining nicht geeignet ist.

KAATSU Wirkungen im Überblick

Aus der bisherigen Datenlage über KAATSU Training geht hervor:

  • Laktat steigt an
  • Erhöhte Wachtumshormonauschüttung
  • Noradrenalin wird vermehrt ausgeschüttet
  • IGF-1 steigt an
  • Myostatin verringert sich
  • Maximalkraft nimmt zu
  • Isometrische Kraft nimmt zu
  • Isokinetische Kraft nimmt zu
  • Muskuläre Ausdauer nimmt zu
  • Muskelquerschnitt vergrößert sich
  • ST-Muskelfasern werden in FT-Fasern umgewandelt

Du Muskelfaserumwandlung konnte bislang nur am Tierexperiment belegt werden. Sollte dies auch beim Menschen möglich sein, würden sich insbesondere für Schnellkraftsportarten völlig neue Möglichkeiten auftun, zumal die sonstige Wirksamkeit von KAATSU Training auch an gut trainierten Sportlern belegt werden konnte.

Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass KAATSU Training eine interessante Alternative oder Ergänzung zu einem herkömmlichen Krafttraining darstellt. Insbesondere Situationen, bei denen eine hohe mechanische Belastung unerwünscht oder kontraindiziert ist, spielt KAATSU seine Stärken voll aus.

Ein Kommentar zu „Muskelaufbau mit Fliegengewichten

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