Der vorliegende Beitrag gibt eine leicht verständliche Erklärung der physiologischen Mechanismen hinter dem originalen Blood Flow Moderation Training aus Japan. Abgerundet durch ein abschließendes Erklärungsvideo.

Bei korrekter KAATSU Anwendung kommt es zu einer Blutflussmusterveränderung und einer Ansammlung des Blutes im venösen System (venöses Pooling). Dieser Effekt entsteht vornehmlich in den Körperpartien der kontrahierenden Muskeln der Extremitäten distal von den KAATSU Air Bands. Muskelkontraktion unter Blutdurchflussmusterveränderung führt zu einer verstärkten Nutzung der anaeroben Energiegewinnung mittels intrazellulärer Phosphatspeicher. Durch den starken metabolischen Stress kommt es zu einem Verlust der Homöostase. Regelmäßiges KAATSU für zu einer Vergrößerung des Netzwerkes kleinster Blutgefäße (Kapillarisierung), Stärkung der Herz-Kreislauf-Funktion, Reduzierung des Arteriosklerose-Risikos und anderen Stoffwechselerkrankungen.

Stoffwechselbedingungen

Im Körpergewebe entsteht ein zunehmend hypoxisches Stoffwechselmillieu und kompensatorisch steigt die Rate der Energiegewinnung durch die anaerobe Glykolyse stark an. Hypoxie bezeichnet die Minderversorgung des Körpers mit Sauerstoff, die durch einen verminderten Sauerstoffpartialdruck im Blut und in den unterschiedlichen Geweben gemessen werden kann.

Durch die starke Anhäufung von Stoffwechselzwischenprodukten, kommt es zu einer Schwellung der Muskelzelle, wodurch anabole und antikatabole Signalwege in Gang gesetzt werden. In den definierten KAATSU Trainingsprotokollen kommt es im Vergleich zu traditionellem Muskeltraining zu signifikant höheren Blutlaktatwerten und einer ausgeprägten Azidose.

Vermehrte Wachstumshormon-Ausschüttung

Durch den starken metabolischen Stress, werden über die Typ-III und Typ-IV afferenten Nervenfasern Gefahrensignale an das Gehirn gesendet, die im Cortex bewusst als Brennen oder Unbehagen wahrgenommen werden. Es kommt zu einer starken Ausschüttung von Wachstumshormonen (GH, IGF-I, VEGF), die als systemische Reaktion auf den metabolischen Stress im gesamten Körper freigesetzt werden.

Aktivierung von Typ-II Muskelfasern

Unter Bedingungen mit reduziertem Blutfluss werden Typ-II Muskelfasern schon mit deutlich weniger Last erreicht, als bei einem konventionellen Krafttraining. Sowohl ein reduziertes Sauerstoffangebot, als auch ein hoher metabolischer Stress kann zur einer erhöhten Muskelrekrutierung führen. Unter metabolischem Stress werden Gefahrensignale zum Gehirn gesendet, die zu einer vermehrten Muskelfaser-Rekrutierung führen. Das Gehirn versucht unter stark steigender Ermüdung die Muskelkraft weiterhin aufrechtzuerhalten und ein Muskelversagen so lange wie möglich hinauszuzögern, indem es frische, bisher nicht rekrutierte motorische Einheiten hinzugeschaltet. Die durch die Blutdurchflussbegrenzung hergerufenen anaeroben Stoffwechselbedingungen sind ein weiterer begünstigender Faktor zur Aktivierung der Typ-II Muskelfasern. Bildlich gesprochen wird das Gehirn in die Annahme versetzt, man würde mit weitaus höheren Lasten trainieren, als es tatsächlich der Fall ist.

Anpassung der Blutgefäße

Mit steigendem Alter kommt es zu bindegewebigen Verhärtungen der Blutgefäße und dem Verlust der Transportkapazität. Für eine gesunde Blutgefäßfunktion spielen insbesondere die Endothelzellen eine bedeutende Rolle. Endothelzellen sind flache und spezialisierte Zellen, welche die Innenseite der Blutgefäße auskleiden.

Die Endothelzellen produzieren Stickstoffmonoxid (NO), das als Botensubstanz eine entscheidende Rolle bei der Regulation der Weite von Blutgefäßen spielt. Klinische Daten weisen darauf hin, dass regelmäßiges KAATSU Training zu einer Verjüngung der Blutgefäße und einem Anstieg der Endothelzellen durch vermehrte Stickstoffmonoxid-Bildung führt.

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